Dienstag, 28. Juni 2016

Aeronca GB-1 Glide Bomb - 1/72

Während die Deutschen intensive Forschungen auf dem Gebiet der Luft-Boden-Waffen betrieben und Projekte wie die ferngesteuerte Fritz X Bombe und die drahtgesteuerte Henschel Hs 293 Lenkwaffe entwickelten, um die bekanntesten Beispiele moderner Waffen aufzuzeigen, experimentierten die meisten Nationen mit fortgeschrittenen Designs normaler frei fallenden Bomben oder ungelenkter Raketen.
Im Jahre 1942 hatte die USAF die steigenden Verluste der RAF in Deutschland mit großer Sorge beobachtet. Es wurde ganz klar, dass die deutschen Flak eine große Gefahr für die alliierten Bomberflotten war. Die B17-Verbände, die die Hauptlast der Tagangriffe zu tragen hatten, würden stetig mehr und mehr Flak begegnen, je weiter sie sich in deutsches Territorium vorwagten. So entstand die Idee eines Gleitbombe. Da die B17 und B 24 nicht über dem Flak-Feuer drüberweg fliegen konnten, (die B-29 Superfortress sollten dieses Problem zu lösen versuchen), sollten die Bomber ihre Bombenlast außerhalb der Flak-Konzentrationen absetzen können, um die Verluste an Menschen und Material gering zu halten. Anders als die deutschen Waffensysteme, die als Präzisionswaffen entwickelt waren, vor allem gegen Schiffe, war das US-Waffensystem als Abstandswaffe gedacht.
Anfang 1941 gestartete Versuche mit Gleitbomben haben gezeigt, dass eine Waffe, die aus dem Bomber abgeworfen wurde und dann auf das Ziel gleiten konnte in der Tat möglich war.
Verschiedene Arten wurden in Angriff genommen, sowohl Radio- und TV-kontrollierte Systeme, die zwar als präzise Waffensysteme angesehen wurden (wie die deutschen Systeme), aber sehr komplex waren. Man argumentierte jedoch gegen eine Entwicklung dieser Gleitbomben, da diese Systeme zu viel Entwicklungszeit benötigen würden, um innerhalb einer kurzen Zeitspanne zur Verfügung zu stehen.
So wurde die Aeronca GB 1 geboren.



Die GB 1, wie das Bild zeigt, war eine wirklich einfache Waffe. Ein schlichtes Segelflugzeug wurde mit einer Standard 500 oder 1000-Kilo-Bombe ausgestattet. Das Flugzeug hatte eine Spannweite von 3,66 m und wurde mit Holzflügeln und einem Stahlrohr-Hauptholm aufgebaut, die mit dem Rahmenrumpf verschraubt wurden, die in einen Doppelausleger übergingen und in einem Doppelleitwerk endeten. Eine fertige GB1 wog 1228 Kilo . Die Gleitgeschwindigkeit betrug ca. 370 km/h. Die Reichweite nach einem Abwurf aus 15.000 Fuß (4572 m) Höhe war etwa 32 km, ausreichend Abstand zu jedweger Flakbatterie.

Neben seinem Sicherheitsabstand hatte die Gleitbombe einen weiteren Vorteil aufgrund der flachen Flugbahn, die es wahrscheinlicher machte, dass sie die Seite eines Gebäuden trefen konnte. Senkrecht stürzende Bomben schlugen eher auf dem Boden auf und rissen tiefe Krater anstatt an Gebäuden großen Schaden anzurichten.

Gezielt wurde vom Bombenschützen im Bomber, indem das Flugzeug auf das Ziel ausgerichtet und dann die Winddrift berechnet und eingegeben wurde, die dann der Bomber selbst auszugleichen hatte. Um die Stabilität zu gewährleisten wurden Querruder installiert, die von einem Autopiloten gesteuert wurden.

Im Jahr 1943 wurde die GB 1 mit einer B17 E getestet, die zwei Gleitbomben unterm Rumpf tragen konnte. Die GB 1 konnten getrennt oder gemeinsam abgeworfen werden.
 


Im September 1943 war alles bereit für den scharfen Einsatz. 40 mit GB1 ausgestattete B17 landeten am 29. September in England. Sie wurden der 41st combat bomb wing der 8th’s 3 bombardment division eingegliedert.
Aber bei der Ankunft entschieden sich die Kommandeure dazu, dass, obwohl die Waffe aus der Ferne eingesetzt werden konnte, ihr die Präzision für Tagesangriffe fehlte. Zu diesem Zeitpunkt waren außerdem die Jäger die Hauptgefahr für die Bomber der 8ten Luftflotte und Abstandswaffen gegen Flakbatterien erschienen weniger wichtig. Somit wurden die GB 1 eingelagert.
Im Jahr 1944 waren die Jagdangriffe kaum mehr eine Gefahr
, und die Versuchung, die GB 1 im Einsatz zu testen wurde wieder größer. Am 28. Mai griff die
41st special combat wing den Rangierbahnhof in Köln an. Über 60 B 17 flogen bei klarem Wetter mit guter Sicht das Ziel an. Kilometerweit war die Sicht klar und das Ziel leicht erkennbar sowie gerade noch außerhalb der Flakfeuerreichweite konnten von 54 B 17 108 GB 1 abgeworfen werden.


Ein Teil der Mission war ein Erfolg: keine B17 wurde vom Flakfeuer getroffen. Aber die GB 1 zeigte sehr schlechte Treffergenauigkeit und nur wenige Treffer in der Nähe des Rangierbahnhofs konnten erzielt werden. Viele trieben weit ab oder glitten mehr oder weniger weit als die Bombenschützen berechnet hatten.


Auch wenn keine Bomber durch Feindfeuer beschädigt wurden war die GB 1 letztendlich ein Fehlschlag.

Trotzdem wurden mehr als 1000 GB 1 später über dem Reich abgeworfen.

Die GB 1 erwies sich trotz dem Abwurf außer Reichweite von Abwehrwaffen ohne Steuermöglichkeit bei
Tageslichtangriffen als nutzlos.

2 weitere Versionen, die im Krieg getestet wurden, sollten genau dieses Problem beheben.

Während die GB1 immer noch auf ihren ersten Einsatztest wartete, wurde die GB 8 gebaut. Sie trug einen Funkempfänger und 5 rückwärtige Lampen hinter der Flügelvorderkante montiert, so dass die Bombenschützen sie ins Ziel lenken konnten (ähnlich wie die Signalleuchten der Fritz X Gleitbombe und der Henschel Hs 293 Raketenbombe).



Es wurde im Jahre 1945 gegen die E Boot Stifte in Le Havre und La Pallice, und während Genauigkeit war irgendwie besser, es war immer noch keine Superwaffe eingesetzt. Wie die deutschen Hs 293 Waffe, benötigt er die Start-Ebene langsam und das Niveau zu halten, während in der Bombe zu führen.

Eine andere Version, die GB 4, hatte eine kleine TV-Kamera in der Nase, die ein Bild zurück zum Bombenschützen sendete. Es war zwar eine gute Idee, aber die Unzuverlässigkeit der Kamera und das unscharfe Bild machten die GB 4 zu einem Waffensystem , das nur bei den besten Wetterbedingungen verwendet werden konnte. Nur wenige wurden im Einsatz verwendet.

Während die Gleitbomben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Krieg hatten, ähnlich wie ihre wesentlich komplexeren Vertreter auf deutscher Seite, zeigten sie den Weg in die Zukunft, wo Gleitbomben und Lenkwaffen während des Kalten Krieges enorme technische Sprünge nach vorn machten.

Quellen:
Kenn C. Rust "The Bomb which diden't quite"- Flying Review April 1963  

 

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