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Samstag, 16. Januar 2021

Blohm & Voss Bv 246 (226) Hagelkorn - Condor 1/72

Die von Blohm & Voss entwickelte BV 246 (Spitzname Hagelkorn) war eine fernlenkbare Gleitbombe im Zweiten Weltkrieg, die von Kampfflugzeugen aus auf Punktziele (Brücken, Schiffe etc.) abgeworfen werden konnte. Die Konstruktion der BV 246 war sehr einfach gehalten, um eine Massenfertigung zu erleichtern. 

Sie hatte eine einfache Aerodynamik und Tragflächen großer Streckung für einen Gleitwinkel von 1:25. Das Leitwerk war zunächst kreuzförmig, in späteren Versionen H-förmig. Bei einem Abwurf aus einer Höhe von 10.500 m konnte eine Reichweite von 210 km erreicht werden. Die Gesamtmasse betrug 730 kg, davon 435 kg Sprengstoff.

Das Reichsluftfahrtministerium vergab zuerst die Bezeichnung BV 226, zur Serienfertigung dann BV 246. Versuchsträger waren die Heinkel He 111 und die Focke-Wulf Fw 190 F-8.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Blohm_%26_Voss_BV_246

Zwischen Dezember 1943 und Februar 1944 wurden in Hamburg 100 "Hagelkorn" hergestellt, dann wurde das Werk bei einem Luftangriff zerstört. Im Jahre 1944 wurde in Karlshagen ein ausgedehntes Abwurf-Versuchsprogramm mit Heinkel He 111 H-6 und Focke-Wulf Fw 190 A durchgeführt. Trotz der guten Ergebnisse kam es nicht zur Produktion, da man es für eine Waffe hielt, die durch feindliche Elektronik leicht zu stören war. Man plante, den Jagdbomber P.204 als Einsatz-Startrampe für diese Geräte zu verwenden.

Quelle: http://www.luftarchiv.de/index.htm?/flugkorper/bv246.htm   







 Blohm & Voss BV P. 204 mit Hagelkorn:




 

 

 

Henschel Hs 293 - Condor 1/72

Die Henschel Hs 293 war eine funkferngesteuerte deutsche Gleitbombe im Zweiten Weltkrieg, die vor allem für den Einsatz gegen Schiffe vorgesehen war. Die Waffe wurde nach Sicht manuell ins Ziel geführt (heute als MCLOS bezeichnet) und war einer der ersten Vorgänger heutiger Seezielflugkörper. Die Hs 293 wurde in Schönefeld bei Berlin von der Henschel Flugzeug-Werke AG entwickelt und gebaut. 

Die Gleitbombe wurde vom Trägerflugzeug aus über eine Funkfernsteuerung mit 18 Kanälen im Frequenzbereich um 50 MHz ins Ziel gesteuert. Die Fernsteueranlage bestand aus einem Sender (FuG 203) mit dem Decknamen „Kehl“ im Flugzeug und dem „Straßburg“-Empfänger (FuG 230) in der Gleitbombe. Eine elektrische Drahtlenkung mit Tonfrequenzsteuerung über einen nachgeschleppten doppelten Saite­ndraht von max. 30 km Länge (2 × 18 km in der Bombe, 2 × 12 km im Flugzeug) war in Entwicklung, kam jedoch nicht zum Einsatz. Damit wäre die Hs 293 gegen Funkstörungen unempfindlich gewesen. Auch wurde eine „FB“(Fernsehbild)-Steuerung mit einer Auflösung von 224 Zeilen entwickelt, mit der das Bild einer Kamera („Tonne“; ca. 17 cm × 17 cm × 40 cm groß) in der Gleitbombe per Funk zum „Seedorf“-Fernsehempfänger im Flugzeug übertragen wurde, um so eine Zielführung zu ermöglichen. Diese Version Hs 293 D mit „Tonne“/„Seedorf“-Anlage gelangte nicht mehr zur Serienreife. 

Der erste Einsatz der Hs 293 erfolgte am 25. August 1943, hierbei wurde die britische Sloop Bideford beschädigt. Zwei Tage später wurde mit einer Hs 293 die britische Sloop Egret versenkt. In der Folge entwickelte sich die Hs 293 zum erfolgreichsten deutschen Lenkflugkörper des Krieges. Mit über 30 beschädigten oder versenkten Kriegsschiffen war sie bis zur Einführung der französischen Exocet mehr als 30 Jahre später der weltweit erfolgreichste Seezielflugkörper. Auf ihr Konto gehen neben der Egret mehrere Zerstörer sowie zahlreiche Handelsschiffe. Am 26. November 1943 versenkte eine Heinkel He 177 mit einer Hs 293 den britischen Truppentransporter Rohna vor der algerischen Küste. Von den insgesamt 2195 Menschen an Bord kamen 1138 (nach anderen Quellen 1170) ums Leben, darunter 1015 US-amerikanische Soldaten. Es war der größte Menschenverlust der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg auf See. Für den Einsatz gegen stark gepanzerte Ziele, wie z. B. Schlachtschiffe, reichte die Durchschlagskraft der Hs 293 jedoch nicht aus.

Weitere Schiffe, die durch eine Hs 293 beschädigt oder versenkt wurden:

  • HMS Landguard (leicht beschädigt zusammen mit HMS Bideford in der Biskaya am 25. August 1943)
  • HMCS Athabaskan (Tribal-Zerstörer; schwer beschädigt neben der Egret in der Biskaya am 27. August 1943)
  • Bushrod Washington (am 14. September 1943 während der Operation Avalanche (Zweiter Weltkrieg) versenkt)
  • James W. Marshall (am 15. September 1943 während der Operation Avalanche beschädigt, wurde als Mulberry-Hafen eingesetzt – möglicherweise aber durch „Fritz X“)
  • HMS LST-79 (versenkt)
  • Samite (beschädigt)
  • Hiram S. Maxim (beschädigt)
  • Selvik (beschädigt)
  • USS Tillman (leicht beschädigt, möglicherweise von Hs 293 oder Torpedo bei der Eskorte von Geleitzug KMF-25A)
  • HMS Rockwood (leicht beschädigt, später ausgemustert)
  • HMS Dulverton (beschädigt und versenkt)
  • Marsa (versenkt)
  • Delius (beschädigt)
  • HMS Jervis (beschädigt vor Anzio während der Operation Shingle am 23. Januar 1944)
  • HMS Janus (versenkt vor Anzio während der Operation Shingle am 23. Januar 1944 – entweder von Hs 293, Fritz X oder einem Torpedo)
  • USS Prevail (beschädigt – möglicherweise von Hs 293)
  • USS Mayo (beschädigt – möglicherweise von Hs 293 oder einer Mine)
  • John Banvard (beschädigt)
  • Samuel Huntington (versenkt vor Anzio während der Operation Shingle 29. Januar 1944)
  • HMS Spartan (versenkt vor Anzio während der Operation Shingle am 29. Januar 1944)
  • USS Herbert C. Jones (beschädigt vor Anzio während der Operation Shingle 15. Februar 1944)
  • Elihu Yale (versenkt vor Anzio während der Operation Shingle 16. Februar 1944 – längsseits liegendes Landungsboot LCT 35 wurde ebenfalls versenkt)
  • HMS Inglefield (versenkt)
  • HMS Lawford (8. Juni 1944 versenkt – möglicherweise von Hs 293, im Kriegsbericht steht nur „Lufttorpedo“, laut Rohwer „vermutlich durch Do 217 der III./KG 100 mit Hs 293“)
  • USS Meredith (versenkt – möglicherweise von Hs 293)
  • HMCS Matane (beschädigt)
  • USS LST-282 (versenkt)

Im späteren Verlauf des Krieges wurde die Hs 293 vereinzelt auch an der Ostfront und in der Normandie gegen Landziele, vor allem Brücken, eingesetzt.

Als Trägerflugzeuge wurden vor allem Bomber vom Typ Heinkel He 111, He 177, Dornier Do 217, Focke-Wulf Fw 200 und Junkers Ju 290 verwendet. Im Laufe des Krieges wurden mindestens 1200 Stück gebaut.

Die Treffgenauigkeit ist vor dem Hintergrund der damaligen Funktechnologie als hoch zu bezeichnen, so wurde bei Tests ein Kreis von 25 m Durchmesser bei zwölf Anflügen zwölf Mal getroffen. Nicht zuletzt wegen Produktionsfehlern lag die Trefferwahrscheinlichkeit im Einsatz niedriger, trotzdem erreichten die Fw 200 und He 177 der II. und III. Gruppe des Kampfgeschwaders 40 (KG 40) eine Trefferquote von 31 % bei 28 % Versagern. Bei der II./KG 100 erzielten die eingesetzten Do 217 bei 25 % Versagern eine Trefferrate von 55 %.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Henschel_Hs_293  



 

Waffenschau - Condor 1/72

Hier in dieser Waffenschau sind verschiedene Lenkbomben, Gleittorpedos und Boden-Luft-Raketen zusammengefasst. Es sind Versuche - die nicht nur von den Deutschen durchgeführt wurden - um die Treffergenauigkeit zu verbessern und Ziele mit so wenig Schuß wie nur irgend möglich zu vernichten. Auch die immer größer werdenden Bomberpulks der Alliierten veranlassten die Deutschen dazu Flugabwehrraketen zu entwickeln. Natürlich steckten diese Technologien noch in den Kinderschuhen, bereiteten aber den heutigen Raketenbewaffnungen doch den Weg: es gab Kabelgelenkte Projektile, Raketen die mit Kameras ausgestattet waren, aber auch schon erste Infrarotzielerfassungen wurden entwickelt. Und dafür, daß all die technischen Hürden erst einmal überwunden werden mussten, waren diese "primitiven" Urväter doch schon relativ wirksam . . .

Diese beiden Sets wurden zusammengefasst und beinhalten: Blohm & Voss L-10 Friedensengel, Blohm & Voss L-11 Schneewittchen, Henschel Hs 293 Raketenbombe (2 Ausführungen), Konrad E-4 Enzian, Kramer FX-1400 Fritz X und die Blohm & Voss Bv 246 (226) Hagelkorn











Dienstag, 28. Juni 2016

Aeronca GB-1 Glide Bomb - Meikraft Models 1/72

Während die Deutschen intensive Forschungen auf dem Gebiet der Luft-Boden-Waffen betrieben und Projekte wie die ferngesteuerte Fritz X Bombe und die drahtgesteuerte Henschel Hs 293 Lenkwaffe entwickelten, um die bekanntesten Beispiele moderner Waffen aufzuzeigen, experimentierten die meisten Nationen mit fortgeschrittenen Designs normaler frei fallenden Bomben oder ungelenkter Raketen.Im Jahre 1942 hatte die USAF die steigenden Verluste der RAF in Deutschland mit großer Sorge beobachtet. Es wurde ganz klar, dass die deutschen Flak eine große Gefahr für die alliierten Bomberflotten war. Die B17-Verbände, die die Hauptlast der Tagangriffe zu tragen hatten, würden stetig mehr und mehr Flak begegnen, je weiter sie sich in deutsches Territorium vorwagten. So entstand die Idee eines Gleitbombe. Da die B17 und B 24 nicht über dem Flak-Feuer drüberweg fliegen konnten, (die B-29 Superfortress sollten dieses Problem zu lösen versuchen), sollten die Bomber ihre Bombenlast außerhalb der Flak-Konzentrationen absetzen können, um die Verluste an Menschen und Material gering zu halten. Anders als die deutschen Waffensysteme, die als Präzisionswaffen entwickelt waren, vor allem gegen Schiffe, war das US-Waffensystem als Abstandswaffe gedacht.Anfang 1941 gestartete Versuche mit Gleitbomben haben gezeigt, dass eine Waffe, die aus dem Bomber abgeworfen wurde und dann auf das Ziel gleiten konnte in der Tat möglich war.Verschiedene Arten wurden in Angriff genommen, sowohl Radio- und TV-kontrollierte Systeme, die zwar als präzise Waffensysteme angesehen wurden (wie die deutschen Systeme), aber sehr komplex waren. Man argumentierte jedoch gegen eine Entwicklung dieser Gleitbomben, da diese Systeme zu viel Entwicklungszeit benötigen würden, um innerhalb einer kurzen Zeitspanne zur Verfügung zu stehen.So wurde die Aeronca GB 1 geboren.




Die GB 1, wie das Bild zeigt, war eine wirklich einfache Waffe. Ein schlichtes Segelflugzeug wurde mit einer Standard 500 oder 1000-Kilo-Bombe ausgestattet. Das Flugzeug hatte eine Spannweite von 3,66 m und wurde mit Holzflügeln und einem Stahlrohr-Hauptholm aufgebaut, die mit dem Rahmenrumpf verschraubt wurden, die in einen Doppelausleger übergingen und in einem Doppelleitwerk endeten. Eine fertige GB1 wog 1228 Kilo . Die Gleitgeschwindigkeit betrug ca. 370 km/h. Die Reichweite nach einem Abwurf aus 15.000 Fuß (4572 m) Höhe war etwa 32 km, ausreichend Abstand zu jedweger Flakbatterie.

Neben seinem Sicherheitsabstand hatte die Gleitbombe einen weiteren Vorteil aufgrund der flachen Flugbahn, die es wahrscheinlicher machte, dass sie die Seite eines Gebäuden trefen konnte. Senkrecht stürzende Bomben schlugen eher auf dem Boden auf und rissen tiefe Krater anstatt an Gebäuden großen Schaden anzurichten.

Gezielt wurde vom Bombenschützen im Bomber, indem das Flugzeug auf das Ziel ausgerichtet und dann die Winddrift berechnet und eingegeben wurde, die dann der Bomber selbst auszugleichen hatte. Um die Stabilität zu gewährleisten wurden Querruder installiert, die von einem Autopiloten gesteuert wurden.

Im Jahr 1943 wurde die GB 1 mit einer B17 E getestet, die zwei Gleitbomben unterm Rumpf tragen konnte. Die GB 1 konnten getrennt oder gemeinsam abgeworfen werden.
 


Im September 1943 war alles bereit für den scharfen Einsatz. 40 mit GB1 ausgestattete B17 landeten am 29. September in England. Sie wurden der 41st combat bomb wing der 8th’s 3 bombardment division eingegliedert.Aber bei der Ankunft entschieden sich die Kommandeure dazu, dass, obwohl die Waffe aus der Ferne eingesetzt werden konnte, ihr die Präzision für Tagesangriffe fehlte. Zu diesem Zeitpunkt waren außerdem die Jäger die Hauptgefahr für die Bomber der 8ten Luftflotte und Abstandswaffen gegen Flakbatterien erschienen weniger wichtig. Somit wurden die GB 1 eingelagert.
Im Jahr 1944 waren die Jagdangriffe kaum mehr eine Gefahr
, und die Versuchung, die GB 1 im Einsatz zu testen wurde wieder größer. Am 28. Mai griff die
41st special combat wing den Rangierbahnhof in Köln an. Über 60 B 17 flogen bei klarem Wetter mit guter Sicht das Ziel an. Kilometerweit war die Sicht klar und das Ziel leicht erkennbar sowie gerade noch außerhalb der Flakfeuerreichweite konnten von 54 B 17 108 GB 1 abgeworfen werden.




Ein Teil der Mission war ein Erfolg: keine B17 wurde vom Flakfeuer getroffen. Aber die GB 1 zeigte sehr schlechte Treffergenauigkeit und nur wenige Treffer in der Nähe des Rangierbahnhofs konnten erzielt werden. Viele trieben weit ab oder glitten mehr oder weniger weit als die Bombenschützen berechnet hatten.


Auch wenn keine Bomber durch Feindfeuer beschädigt wurden war die GB 1 letztendlich ein Fehlschlag.

Trotzdem wurden mehr als 1000 GB 1 später über dem Reich abgeworfen.

Die GB 1 erwies sich trotz dem Abwurf außer Reichweite von Abwehrwaffen ohne Steuermöglichkeit bei
Tageslichtangriffen als nutzlos.

2 weitere Versionen, die im Krieg getestet wurden, sollten genau dieses Problem beheben.

Während die GB1 immer noch auf ihren ersten Einsatztest wartete, wurde die GB 8 gebaut. Sie trug einen Funkempfänger und 5 rückwärtige Lampen hinter der Flügelvorderkante montiert, so dass die Bombenschützen sie ins Ziel lenken konnten (ähnlich wie die Signalleuchten der Fritz X Gleitbombe und der Henschel Hs 293 Raketenbombe).



Es wurde im Jahre 1945 gegen die E Boot Stifte in Le Havre und La Pallice, und während Genauigkeit war irgendwie besser, es war immer noch keine Superwaffe eingesetzt. Wie die deutschen Hs 293 Waffe, benötigt er die Start-Ebene langsam und das Niveau zu halten, während in der Bombe zu führen.

Eine andere Version, die GB 4, hatte eine kleine TV-Kamera in der Nase, die ein Bild zurück zum Bombenschützen sendete. Es war zwar eine gute Idee, aber die Unzuverlässigkeit der Kamera und das unscharfe Bild machten die GB 4 zu einem Waffensystem , das nur bei den besten Wetterbedingungen verwendet werden konnte. Nur wenige wurden im Einsatz verwendet.

Während die Gleitbomben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Krieg hatten, ähnlich wie ihre wesentlich komplexeren Vertreter auf deutscher Seite, zeigten sie den Weg in die Zukunft, wo Gleitbomben und Lenkwaffen während des Kalten Krieges enorme technische Sprünge nach vorn machten.

Quelle: 
Kenn C. Rust "The Bomb which diden't quite"- Flying Review April 1963  

Videos:  U.S. GB-1 Glide Bomb Combat Mission in World War II

              GB-1 Glide Bomb 

              Why The GB-1 "Grapefruit" Glide Bomb Was Such A Flop!