Der Blohm & Voss L 10 mit dem Suggestivnamen „Friedensengel“ war ein unbemannter deutscher Torpedoträger (auch Torpedogleiter genannt) im Zweiten Weltkrieg.
Mit dem von Richard Vogt entwickelten Fluggerät wurde die Abwurfentfernung des Lufttorpedos (LT) LT 950 C erhöht. Der LT wurde als Außenlast eines Torpedobombers
mitgeführt und aus einer Höhe von 2500 m abgeworfen, wobei eine
Reichweite von 8500 m erzielt werden sollte. Damit konnte das
Trägerflugzeug außerhalb der gegnerischen Schussweite operieren. Das
Fluggerät war nicht steuerbar, d. h. der Pilot musste die Flugrichtung
des Fluggerätes vor dem Abwurf mit dem Flugzeug bestimmen, analog dem
Abwurf eines normalen LT.
Drei Sekunden nach dem Abwurf entfaltete sich ein kleiner
Flugdrachen, der aus einem Behälter unter der linken Tragfläche
ausgestoßen und an einem etwa 25 m langen Kabel nachgeschleppt wurde.
Wenn der L 10 sich in etwa 10 m Höhe befand, streifte der Flugdrachen
bereits die Wasseroberfläche und das L-10-Trägerteil wurde abgesprengt.
Der LT 950 C lief dann auf einer Unterwasserbahn auf das Ziel zu.
Bei den Versuchsabwürfen auf dem Torpedowaffenplatz Hexengrund in der Danziger Bucht und in Peenemünde-West (Versuchsstelle der Luftwaffe Karlshagen)
wurden ab September 1942 54 Exemplare verbraucht, wonach weitere 330
Stück beauftragt, wahrscheinlich jedoch nur 270 tatsächlich gebaut
wurden. Hiervon erhielt das Kampfgeschwader 26
34 Stück zur Einsatzerprobung. Insgesamt sollen etwa 450 Stück
produziert worden sein. Als Trägerflugzeuge kam eine Vielzahl
unterschiedlicher Baumuster, wie beispielsweise Focke-Wulf Fw 190 F, Heinkel He 111 H und J und Junkers Ju 88 A-4 zum Einsatz. Zu einem Fronteinsatz kam es nicht mehr.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Blohm_%26_Voss_L_10