Die Gloster Gladiator war ein einmotoriges Jagdflugzeug aus britischer Produktion und das letzte als Doppeldecker ausgelegte im Dienst der Royal Air Force. Sie bildete den Abschluss einer langen Entwicklungsreihe von erfolgreichen Doppeldeckerkonstruktionen des Herstellers Gloster Aircraft Company. Die Gladiator flog zuerst im September 1934 und wurde im Januar 1937 bei der Royal Air Force eingeführt.
Die Konstruktion der Gladiator zeigte noch einige für
Doppeldecker typische Merkmale: verstrebte und verspannte Tragflächen,
einen stoffbespannten Rumpf und ein festes Fahrwerk. Fortschrittlicher
waren das geschlossene Cockpit und hydraulische Landeklappen.
Die Gladiator war bereits vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs den als Eindecker
ausgelegten moderneren Jagdflugzeugen unterlegen. Im Zweiten Weltkrieg
kam es jedoch noch zu einzelnen Konfrontationen zwischen der Gladiator
und anderen Doppeldeckermustern. So wurde sie über Malta im September 1940 gegen italienische Fiat CR.42 eingesetzt. Dabei konnten wahrscheinlich zwei CR.42 durch Gladiator abgeschossen werden. Auch im Sowjetisch-Finnischen Winterkrieg 1940 kam es zu Luftkämpfen finnischer Gladiator mit sowjetischen I-15- und I-153-Doppeldeckern.

Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte Henry Folland von der British Nieuport Company, wo er die Nieuport Nighthawk konstruiert hatte, zur Gloucestershire Aircraft Company und wurde dort 1921 Chefkonstrukteur. Davor war er bei der Royal Aircraft Factory tätig und zeichnete für die Konstruktion der S.E.5 verantwortlich. Gloucestershire übernahm sämtliche noch vorhandenen und nicht verwendeten Zellen
und 1920 auch sämtliche Nachbaurechte für die Nighthawk-Konstruktion.
Diese bildeten die Ausgangsbasis für eine Reihe von
Doppeldecker-Jagdflugzeugen, von denen die Grebe von 1923 als erstes Muster eine relativ hohe Stückzahl erreichte. Drei Jahre später folgte die Gamecock, die ebenso wie ihr Vorgänger von der RAF in den 1920er- und bis in die frühen 1930er-Jahre eingesetzt wurde.
Gloster entwickelte dann 1926 das Modell SS.18 anfangs für die
Ausschreibung F.9/26, bei der die RAF aber alle vorgeschlagenen Entwürfe
ablehnte. Dann reichte Gloster die SS.18 für F.20/27 ein; hier gewann
zwar die Bristol Bulldog,
jedoch wurde das Muster als SS.18A, SS.18B, SS.19 und SS.19A mit
unterschiedlichen Triebwerken und sonstigen Modifikationen
weiterentwickelt. Das letzte Modell (SS.19B) erfüllte dann 1933 die
Anforderungen von F.24/33 und wurde als Gloster Gauntlet bei der RAF bis zum Ende der 1930er-Jahre eingesetzt.
Als Ende 1930 das Air Ministry
die Ausschreibung F.7/30 ankündigte, war Gloster schon relativ weit mit
dem nächsten Projekt, dem Modell SS.37 fortgeschritten. Dieses war eine
einstielige Weiterentwicklung der Gauntlet und sollte den geforderten Rolls-Royce Goshawk
verwenden; da sich dieses Triebwerk mit seiner Evaporationskühlung
jedoch als wenig geeignet für Jagdflugzeuge erwies, setzte Gloster
bereits für den Prototyp 1934 auf eigenes Risiko den neu entwickelten
Bristol Mercury ein. Die Gladiator war gegenüber der Gauntlet
aerodynamisch „sauberer“ ausgelegt, wozu auch das neue Fahrwerk mit
freitragenden Fahrwerksbeinen ohne Verspannung und durchgehender Achse
beitrug.
Der Gladiator-Prototyp SS.37 (K5200) wurde aus einem
Gauntlet-Mk.II-Rumpf erstellt, wobei ein Oberflächenölkühler auf der
oberen rechten Tragfläche und eine Kopfstütze für das noch offene
Cockpit ergänzt wurden. Beim ersten Flug am 12. September 1934 war noch
ein 530 PS leistender Mercury IV eingebaut, der dann durch einen
Mercury VIS2 mit 645 PS ersetzt wurde. Zusammen mit den Mitbewerbern der
Ausschreibung F.7/30 ging der Prototyp zuerst Anfang 1935 zur Erprobung
nach Martlesham zum Aeroplane and Armament Experimental Establishment,
um dann im Juli 1935 bei der RAF-Schau in Hendon im „Experimental Air
Park“ unter dem Namen „Gladiator“ ausgestellt zu werden. Bereits im Juni
erteilte das Air Ministry den ersten Serienauftrag über 23 Maschinen,
die den verbesserten 830-PS-Mercury-IX-Motor, ein verbessertes Fahrwerk
und ein geschlossenes Cockpit erhalten sollten.Die letzten Exemplare der Serienproduktion erhielten den
Bristol-Mercury-VIIIAS-Sternmotor, der ebenfalls 830 PS leistete, sich
aber von dem der Gladiator I durch den Austausch des Holzpropellers
gegen einen Dreiblatt-Fairey-Reed-Metallpropeller und eine neue
Vergaserbestückung mit automatischer Mischungskontrolle unterschied. Die
letzte Gladiator II wurde im April 1940 an die RAF geliefert.
Die trägergestützte Version wurde als Sea Gladiator bezeichnet. Im Jahre 1938 wurden dazu 38 Stück der Variante Gladiator Mk II entsprechend umgerüstet. Weitere 60 wurden direkt ab Werk geliefert. Dieser Typ erlangte bei der Verteidigung Maltas
gegen italienische Luftangriffe vom 16. bis zum 28. Juni 1940
Berühmtheit, als es dreien dieser Flugzeuge gelang, die Insel relativ
erfolgreich vor italienischen Bombern zu schützen.
Schweden erwarb eine Fertigungslizenz und produzierte die Flugzeuge unter der Bezeichnung J8 (entspricht Gladiator Mk I) und J8A (Gladiator Mk II).
Bis zum Produktionsende im April 1940 wurden 747 Exemplare gebaut, davon 216 für den Export.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gloster_Gladiator
Videos: Gloster Gladiator Mk.1, L8032, G-AMRK
A Short History: The Gloster Gladiator's Legacy - From RAF Biplane to WWII Icon
WW2 The Gloster Gladiator British Biplane Fighter Aircraft Documentary
Diese Gloster Gladiator ist mal nicht von mir - aber sie wird irgendwann überarbeitet, da sie mit einem Klarlack überzogen ist, der mittlerweile sehr gelbstichig ist und das Modell in keinem guten Licht stehen lässt.