Der Hecht (Projektbezeichnung Typ XXVII A) war ein während des
Zweiten Weltkriegs für die Kleinkampfverbände der deutschen
Kriegsmarine in Serie produziertes Kleinst-U-Boot.
Sein unbefriedigendes Seeverhalten führte dazu, dass der Hecht nicht
zum Fronteinsatz herangezogen wurde. Er fungierte stattdessen als Lehr-
und Übungsboot für die künftigen Besatzungen des Kleinst-U-Boots Seehund. Er ist auch nicht identisch mit dem Steinhuder Hecht.

Der Hecht
entstand als Amtsentwurf des U-Boot-Konstruktionsbüros des OKM vor dem
Hintergrund des erfolgreichen britischen Angriffs auf die Tirpitz
Ende 1943. Bei diesem Angriff gelangten zwei britische Kleinst-U-Boote
des Typs X-Craft durch die Netzsperren der vor Anker liegenden Tirpitz und platzierten zwei Grundminen, die große Schäden am Schlachtschiff verursachten. Dieser Angriff, sowie der Verlust der Scharnhorst
am 26. Dezember 1943, führten zur kritischen Prüfung von
Einsatzmöglichkeiten und Erfolgschancen hinsichtlich maritimer
Kleinkampfmittel seitens der deutschen Kriegsmarine.
Für die Entwicklung des Hecht erarbeitete das OKM eine
Forderungsliste mit den Eigenschaften des Kleinst-U-Bootes. So sollte
das Boot, bei einer Verdrängung von 7 Tonnen, eine Reichweite von etwa
90 Seemeilen besitzen und eine Haftmine
an einem hinter einer Netzsperre vor Anker liegenden Schiff anbringen
können. Darüber hinaus sollte es folgende Eigenschaften besitzen:
- Verzicht auf eine für die Überwasserfahrt geeignete Form
- Verzicht auf Tauchzellen; der Abtrieb sollte allein durch das Fluten der Regelzellen erzielt werden
- kleiner Turmaufbau
- einziehbares Sehrohr mit Abweiser
- Kreiselkompass mit Umformer
Aufgrund dieser Spezifikationen entstand in der Germaniawerft in Kiel ein erster Prototyp.
Dessen Entwurf musste jedoch schon bald an die geänderten Anforderungen
des OKM angepasst werden. Dieses forderte nun, dass neben der
Attackierung von vor Anker liegenden Schiffen auch eine Bekämpfung
fahrender Seeziele auf offener See möglich sein sollte. Dazu sollte das
Boot auch für Überwasserfahrten konzipiert werden. Statt des Minenkopfes
sollte wahlweise auch ein Torpedo
angebracht werden können. Alternativ sollte der Minenkopf auch mit
zusätzlichen Batterien ausgestattet werden, um die Reichweite des Bootes
zu erhöhen. Der Hecht sollte auch nicht mehr, wie zunächst
geplant, von größeren Marineeinheiten in sein Operationsgebiet gebracht
werden, sondern selbstständig von jeder offenen Küste aus operieren
können.
Der so entstandene Urtyp des Hecht bekam eine zweiköpfige Besatzung. Primärbewaffnung war ein 53,3-cm-Torpedo des Typs G 7e,
der mittig unter dem Kiel des Bootes angehängt wurde. Die Haftmine im
Bug des Bootes konnte von der Zentrale ausgelöst werden. Versuche mit
Sonderteilen, die eine Beförderung von zwei Kampfschwimmern nebst
Ausrüstung möglich gemacht hätten, wurden nicht realisiert.
Der Antrieb war ein Elektromotor AEG-AV 76 mit 12 PS. Einige
Boote sollen auch einen 75-PS-Hilfslenzpumpen-E-Motor aus den Booten des
Typs VII-C erhalten haben.
Der Prototyp wurde von der
Schiffsbau-Versuchsanstalt in Hamburg einer Seeerprobung und zu diversen
Schleppversuchen herangezogen. Im Gesamturteil wurde festgestellt, dass
der Hecht
zwar eine befriedigende Unterwasserform aufwies, aber weder mit noch
ohne Bugkopf gute Überwasserfahreigenschaften besaß. Veränderte und
verlängerte Bugnasen sowie eine profilgünstigere Turmverkleidung
brachten keine nennenswerten Verbesserungen.
Obwohl man sich im OKM über die Schwächen des Hecht im Klaren
war, erteilte man der Germaniawerft den Bauauftrag für 50 Boote. Dies
war auch der Tatsache geschuldet, dass zu diesem Zeitpunkt mit Ausnahme
des Molch und des Biber keine anderen baufertigen Konstruktionen von Kleinst-U-Booten vorlagen. Der Hecht sollte allerdings von vornherein nur als Übungsboot fungieren. Die ersten beiden Boote (U 2111 und U 2112) wurden im Mai 1944 ausgeliefert; im Juni folgte U 2113.
Nur diese drei waren mit einem Minenkopf ausgerüstet. Im Juli 1944
wurden sieben Boote und im August 1944 weitere 42 geliefert. Danach
wurde die Serienproduktion eingestellt, so dass der Gesamtbestand aus 53
Booten bestand.
Seine Einstufung erhielt das Kleinst-U-Boot schon während der Bauzeit. Der Hecht
war ein plumpes, schlechtes und unmanövrierbares Boot mit
katastrophalen See- und Taucheigenschaften. Es wurde zu keiner Zeit
seinen Anforderungen gerecht und diente daher nur als Schulungsboot.
Seine Weiterentwicklung ebnete den Weg zum Seehund (Typ XXVII B).
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hecht_(U-Boot)
Video: Kleinkampfverbände der Kriegsmarine – Navy SEALs of the Third Reich (’44 - ’45)
Ein schlichter kleiner Resinbausatz, der keine größeren Schwierigkeiten beim Bau aufweist. Gut - es sind ja auch nicht gerade wirklich viele Teile . . . obwohl drei Torpedos beiliegen, so daß man alle drei Ausführungen des Torpedos T XIII "K-Butt" darstellen kann ( Übungstorpedo / Explosionstorpedo / Magnettorpedo ).