Donnerstag, 7. April 2022

Otto Lilienthal Normalsegelapparat - Flugwerft Oberschleißheim

Der Normalsegelapparat ist ein 1893 von Otto Lilienthal entwickeltes Gleitflugzeug, das durch Gewichtsverlagerung gesteuert wird. Lilienthal selbst absolvierte damit vor allem vom Fliegeberg in Lichterfelde bei Berlin über tausend Gleitflüge.

Der Normalsegelapparat ist das erste in Serie gefertigte und als Produkt vermarktete Flugzeug der Geschichte. Er wurde im Jahre 1893 erstmals zum Patent angemeldet und von 1894 bis 1896 von der Maschinenfabrik Otto Lilienthal für 500 Mark angeboten.

 

Neben möglichst guten aerodynamischen Eigenschaften legte Lilienthal auch auf gute Handhabbarkeit und Transportierbarkeit seiner Fluggeräte Wert. Mit den Erkenntnissen aus seinen bisherigen Flugapparaten entwickelte er deshalb 1893 einen zusammenklappbaren Flugapparat, bei dem das Flügelprofil durch auf die Tragfläche aufgeschobene Profilschienen sichergestellt wird (s. Bild). Auf diese Konstruktion, von ihm als Zusammenklappbarer Flugapparat von 14 qm Tragefläche und „Modell 93“ bezeichnet, beantragte und erhielt er ein Patent. Diese Bauform war der Prototyp des Normalsegelapparates.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Normalsegelapparat

Video: Der Tod des ersten Fliegers 

           Lilienthal-Gleiter: Fliegen wie vor 125 Jahren | Gut zu wissen | BR



 








 

Otto Lilienthal Doppelsegelapparat - Flugwerft Oberschleißheim

Doppeldecker auf der Basis des Sturmflügelmodells. "Es muß dann dasselbe Resultat sich ergeben, als wenn eine einzige Fläche die doppelte Tragfähigkeit besitzt, aber wegen ihrer Kleinheit den Schwerpunktveränderungen genügend gehorcht", beschreibt Lilienthal sein Ziel. Die Ergebnisse sind überzeugend. Bis heute erhalten ist nur die untere Tragfläche im Technischen Museum Wien. Die hervorragende Flugleistung und Steuerbarkeit des kleinen Doppeldeckers sind Anlass, auch den Normalapparat mit einer 2. Tragfläche zu versehen.


 Quelle: http://www.lilienthal-museum.de/olma/213.htm

Video: Bewiesen: Doppeldecker von Otto Lilienthal konnte wirklich fliegen | AFP






Mittwoch, 6. April 2022

Otto Doppeldecker 1913 - Flugwerft Oberschleißheim

Der Nachbau eines Otto-Doppeldeckers aus dem Jahre 1913 ist ein Gemeinschaftsprojekt des Werftvereins (Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Oberschleißheim e.V.) und des Deutschen Museums. Ziel des Vorhabens ist ein flugfähiger Nachbau jenes Flugzeugtyps, mit dem die Königlich Bayerischen Fliegertruppen in Oberschleißheim in ihren Anfangsjahren ausgerüstet waren.

 

Hersteller der Flugzeuge waren damals die Flugmaschinenwerke Gustav Otto in München. Die Maschinen waren Weiterentwicklungen der erfolgreichen französischen Farman-Typen. Ein charakteristisches Merkmal der 1913er, Militärdoppeldecker der Ottowerke war die weitgehende Verwendung von Stahlrohr als Baumaterial für Holme, Stiele und Längsgurte. Lediglich die Flügelrippen waren nach wie vor aus Holz gebaut. Die Flugzeuge wurden in unterschiedlichen Varianten mit Spannweiten zwischen 12,5m und 14,5m gebaut. Angetrieben wurden sie vorwiegend von wassergekühlten 100PS Argus-Vierzylinder- oder 115PS Mercedes Sechszylindermotoren.

Der Nachbau geschah in der Flugzeugwerkstatt des Deutschen Museums unter Mitarbeit von Mitgliedern des Werftvereins und mit der Unterstützung von Sponsoren. Zum 100-jährigen Jubiläum des Flugplatzes Schleißheim 2012 war das Flugzeug fertiggestellt , so dass im Laufe des Jubiläumsjahres mit der Flugerprobung begonnen werden konnte. Nun ist es in der Flugwerft Oberschleißheim ausgestellt.

Quelle: https://www.rlm-farben.de/anwendungen/flugzeuge/25-otto-doppeldecker-typ-1913.html

Video: https://www.der-werftverein.de/otto/otto.php

 



































MBB Glühwürmchen (Leuchtkäfer) - Flugwerft Oberschleißheim

MBB Lampyridae (lateinisch für „Leuchtkäfer“) oder MRMF (Medium Range Missile Fighter, deutsch: „mit Raketen bewaffneter Mittelstreckenjäger“) war ein von Messerschmitt-Bölkow-Blohm betriebenes Flugzeug-Technologieprojekt in den 1980er-Jahren zur „Radarsichtbarkeit von Kampfflugzeugen“.

 


Das Programm wurde von 1981 bis 1987 durchgeführt. Im Vordergrund stand dabei die Entwicklung eines Flugzeugkonzepts, das einen möglichst geringen Radarquerschnitt aufweisen und zusätzlich auch als Jagdflugzeug einsetzbar sein sollte. Es wurden zwei Maßstabsmodelle (eines in 3/4, eines in 2/7 der geplanten Größe), ein Mock-up für Radartests in Originalgröße sowie verschiedene Windkanalmodelle angefertigt. 1987 flog das Modell im Maßstab 3:4 (Länge: 12 m, Spannweite: 6 m) bemannt im deutsch-niederländischen Windkanal, der einen Querschnitt von 9,5 mal 9,5 m aufweist. Über 15 Flüge bestätigten die gutmütigen Flugeigenschaften des Musters. Im selben Jahr wurde das Projekt amerikanischen Offizieren in einer MBB-Fabrik in Ottobrunn gezeigt. Die Bundesregierung stellte das Projekt ein, inoffiziell sollen die Amerikaner Druck gemacht haben. Im Februar 1995 wurde die Geheimhaltung teilweise aufgehoben. Insgesamt wurden 8.993.000 Deutsche Mark in das Projekt investiert.

DASA (Luft- und Raumfahrtkonzern) hat einen Nachfolger namens TDEFS (Technology Demonstrator for Enhancement and Future Systems) mit einem Windkanal-Modell FTT (Fliegender Technologie-Träger) entwickelt, jedoch war die Technik in den 90er Jahren schon veraltet und das Projekt wurde beendet.

 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/MBB_Lampyridae

 





 

Dienstag, 5. April 2022

MBB 223 M-4 Flamingo - Flugwerft Oberschleißheim

Durch die Wiederbelebung der zivilen Luftfahrt in Deutschland nach 1955 gab es Bedarf für geeignete Schulflugzeuge. Auch bei der Siebel Flugzeugwerke-ATG in Donauwörth besann man sich daher auf die Tradition im Flugzeugbau. Bereits 1938 war mit der Siebel Si 202 Hummel eine erfolgreiche Konstruktion geglückt. So entschloss man sich 1956 zur Projektierung der Siebel Si 222 Super Hummel, aus der 1959 die SIAT 222 entwickelt wurde. Der Erstflug fand 1961 statt. Bei der abschließenden Trudelerprobung kam der Testpilot und bekannte Kunstflugmeister Albert Falderbaum ums Leben. Bei hinterer Schwerpunktlage konnte das Rückentrudeln nicht beendet werden und beim Ausstieg blieb Falderbaum mit dem Fallschirm hängen. Nach diesem Unfall wurde das Projekt gestoppt. Die Siebel-ATG beteiligte sich 1960 an einem Wettbewerb um ein leichtes Schulflugzeug, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Wirtschaft. Der Siebel-Entwurf SIAT 223, entwickelt aus der SIAT 222, gewann den 1. Preis. Im Jahr 1966 wurde die SIAT 223 erstmals als Attrappe auf der Luftfahrtmesse in Hannover vorgestellt. 

 


Das Flugzeug SIAT 223/K ist die erste deutsche Nachkriegsentwicklung, die eine Schulung in fast allen Kunstflugfiguren (zweisitzig) erlaubt. Der Erstflug der V1 mit dem Kennzeichen D-ECRO erfolgte am 1. März 1967 durch Herbert Plasa vom Flugplatz Laupheim. Entwickelt wurde das Flugzeug durch die Siebel Flugzeugwerke-ATG, einer Tochtergesellschaft der Waggon- und Maschinenbau GmbH Donauwörth (WMD), bei der seit 1965 die Bölkow GmbH Hauptgesellschafter war und die seit 1968 zum MBB-Konzern gehört (heute EADS). Die Musterzulassung wurde bereits im Juli 1968 erteilt und noch im gleichen Jahr begann die Serienfertigung.

Der Name Flamingo hat Tradition im Flugzeugbau bei MBB. Die Udet U 12 Flamingo, gebaut von den Bayerischen Flugzeugwerken (später umbenannt in Messerschmitt AG) galt in den 1920er Jahren als eines der besten deutschen Schulflugzeuge. Zunächst fertigte man von der SIAT 223 vier Vorserienflugzeuge, die bei Lufthansa und Swissair erprobt sowie auf in- und ausländischen Luftfahrtmessen gezeigt wurden. Die Entwicklungskosten beliefen sich auf fast 5 Millionen DM. 1968 startete die Serienproduktion im Werk Laupheim. Von dem preisgekrönten Schul-, Kunst- und Reiseflugzeug sollten in einer ersten Serie 125 Stück gebaut werden. Bei der Flugerprobung der als Prototyp für die Kunstflugversion mit Lycoming-AIO-360-A1A- Motor gedachten V4 brach der Verstellmechanismus des Propellers, wobei bei der folgenden Notlandung die Maschine irreparabel beschädigt wurde.

Für die Swissair-Flugschule in Hausen am Albis wurden die ersten zehn SIAT 223 Flamingo mit der Werknummer 11 bis 20 produziert, wobei die letzte die erste serienmäßige Kunstflugversion K-1 war. Sie wurden 1983 bei Swissair ausgemustert und sechs flogen 2010 wieder mit einer deutschen Zulassung. 15 Maschinen in der Kunstflugversion wurden an die türkische Luftwaffe für die Anfängerschulung geliefert. Der Einführungspreis betrug damals 75.000,- DM. Sie wurden dort bis 1990 ausgemustert und bis auf drei verschrottet. Die Lufthansa entschied sich nicht für die SIAT 223, sondern bestellte die Beech Debonair. Man erhoffte sich auch die Bundeswehr als Kunden, die aber nicht von der Piaggio 149 wechseln wollte. Die Produktionskosten der SIAT 223 betrugen 125.000,- DM pro Flugzeug, da man anstelle der geplanten 3.000 Arbeitsstunden tatsächlich 9.000 Stunden benötigte. Die Flamingoproduktion wurde 1970 in Laupheim eingestellt und die Produktionsanlagen eingelagert. Durch Vermittlung von Willy Messerschmitt wurde 1971 die Baulizenz durch die Flugzeug-Union Süd GmbH (FUS) an Hispano Aviacón vergeben und 1972 an die spanische CASA weitergereicht. Von 1972 bis 1974 übernahm diese in Sevilla die SIAT-223-Fertigung als CASA C-223 Flamingo. Aus dieser Produktion ging eine Flamingo an die spanische Luftwaffe, vier wurden zivil zugelassen und 45 gingen an die syrische Luftwaffe. Der Schweizer Flugzeughersteller Farner (Grenchen) baute nach Übernahme der Lizenz durch MBB im Jahre 1975 ab 1977 weitere 17 Flamingo K-1 für Syrien. Eine angefangene Produktion für die Türkei wurde nicht mehr fertiggestellt. Unter der Leitung von Biterolf Essenfelder baute Fa. Farner 1979 eine Flamingo aus spanischer Produktion (die erste in Spanien gebaute Maschine mit der Werksnummer 151, die 1974 einen Rollschaden erlitten hatte) auf einen turboaufgeladenen Motor TO-360-C1A6D mit 154 kW und Dreiblattpropeller um; es entstand die verbesserte Version 223T1. Der Erstflug der D-EFWC erfolgte am 25. April 1979 in Grenchen durch Hermann Liese. 1986 wurde in dieses Flugzeug dann ein Porsche-Flugmotor PFM 3200 (Erstflug am 16. April 1986) eingebaut und auf der ILA Hannover als MBB 223A-4 vorgestellt. Dieses Flugzeug steht heute nach der Schenkung im August 1992 in der Flugwerft Schleißheim. Zu einer Serienfertigung der SIAT 223 kam es wegen zu geringer Nachfrage nicht mehr. Insgesamt wurden 96 SIAT 223 gebaut, 29 in Deutschland, 50 in Spanien und 17 in der Schweiz. Im Jahr 2009 flogen noch acht Flamingo in Deutschland (2 V1, 1 K1, 5 A1), eine in Spanien sowie einige in Syrien.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/SIAT_223_Flamingo

Video: SIAT 223A-1 Flamingo (Avion Terrestre) / MBB 223 Flamingo EC-XKV Teuge Airport 16&17-2-2019 

 








Langsamflugzeug LF-1 Zaunkönig - Flugwerft Oberschleißheim

Das Langsamflugzeug LF1 Zaunkönig war ein einsitziges, propellergetriebenes STOL-Leichtflugzeug, das Anfang der 1940er Jahre von Studenten unter der Leitung von Hermann Winter an der Technischen Hochschule Braunschweig am Institut für Flugzeugbau entwickelt und gebaut wurde.  

 

Winter war in den 1930er Jahren maßgeblich an der Entwicklung des Fieseler Storch beteiligt. Nach seinem Ausscheiden aus der Firma Fieseler übernahm er an der TU Braunschweig im August 1938 einen Lehrstuhl am Institut für Flugzeugbau. Im Zuge der Ausbildung seiner Studenten wurde dort in den Jahren 1939/40 ein Langsamflugzeug entworfen und gebaut. Lehre und Forschung standen hierbei im Vordergrund, ein besonderer Verwendungszweck war nicht vorgegeben.

Wegen der beschränkten finanziellen Mittel sollte das Flugzeug möglichst geringe Abmessungen aufweisen und einen sparsamen Motor verwenden. Die Langsamflugeigenschaften sollten mindestens denen des Storchs entsprechen. Der Bau der Maschine (Kennzeichen D-YBAR) in den Werkstätten des Instituts begann Mitte 1940 konnte Ende 1940 abgeschlossen werden. Der Erstflug erfolgte im Dezember 1940, am 11. November 1942 ging das Flugzeug während der Flugerprobung bei einem Unfall verloren.

Da von militärischer Seite Interesse an einem Langsam-Flugzeug für U-Boot-Beobachtung, als Panzerabwehrwaffe und zu Schulungszwecken bestand, wurde bis 1943 ein zweiter Prototyp gebaut, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den Briten beschlagnahmt wurde. Nach kurzer militärischer und etlichen Jahren privater Nutzung steht dieses Flugzeug heute in der Außenstelle des Deutschen Museums in Schleißheim.

Zwei weitere Flugzeuge dieses Typs wurden in den 1950er Jahren gebaut, eines wurde 1957 bei einem Unfall zerstört. Dabei kam der Pilot Oskar-Heinrich Bär ums Leben, ein bekannter deutscher Jagdpilot des Zweiten Weltkriegs.

Der „Zaunkönig“ erhielt am 10. Juni 1955 als erstes nach dem Krieg in Deutschland gebaute Motorflugzeug die Verkehrszulassung (D-EBAR). Die Musterzulassung wurde am 5. Oktober 1955 erteilt. 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/LF1_Zaunkönig

Video: Slowest Aircraft (1969)