Die Grumman F4F Wildcat war ein trägergestütztes Jagdflugzeug der United States Navy. Sie war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs
das Standardjagdflugzeug auf den Flugzeugträgern der US-Marine und trug
bis in die erste Hälfte des Jahres 1943 die Hauptlast der Kämpfe auf
dem pazifischen Schauplatz. Unter der Bezeichnung Martlet
verwendete auch die britische Fleet Air Arm den Typ auf Flugzeugträgern
der Royal Navy. Die Wildcat, die bis 1945 im Einsatz war, gilt als
Ursprung der berühmten „Katzen-Familie“ von Grumman Aerospace
Corporation (Grumman-Werke), deren Tradition, Flugzeugmodelle nach
Katzenarten zu benennen, sich bis zur F-14 Tomcat fortsetzte.

Den ersten Luftsieg einer trägergestützten Wildcat erzielte am 1. Februar 1942 eine Maschine der Fighter Squadron 42 von der Yorktown,
die bei den Gilbert-Inseln ein japanisches Kawanishi-H6K2-Flugboot
abschoss. Knapp drei Wochen später, am 20. Februar, wurde Edward O’Hare,
der auf der Lexington stationiert war, mit dem Abschuss von fünf
Mitsubishi-G4M-Bombern nach US-Regeln, die nur fünf Luftsiege für
diesen Titel vorschrieben, zum ersten „Fliegerass“ auf der Wildcat.
In den folgenden Monaten trugen die mit der Wildcat ausgerüsteten
Staffeln der Marine die Hauptlast der Kämpfe im Pazifik. Während der
Schlacht um Midway, der Schlacht um Guadalcanal sowie der Schlacht bei
den Ost-Salomonen
konnten die technisch unterlegenen amerikanischen Flugzeuge durch
geschickte Taktiken gegen die überlegenen – weil wendigeren –
japanischen A6M-Zero-Jäger bestehen.
Mit der Produktionseinführung des Nachfolgers F6F
wurden im Grumman-Stammwerk im Frühjahr 1942 die Produktionskapazitäten
knapp, so dass man sich, auch auf Drängen der Marine, zur
Weiterproduktion der Wildcat bei General Motors
beziehungsweise dem neu gegründeten Tochterunternehmen Eastern Aircraft
entschloss. Am 18. April 1942 erhielt GM den Bauauftrag für 1800 nun
als FM-1 bezeichnete Maschinen, die weitestgehend mit der der F4F-4 baugleich waren. Die erste FM-1
hob am 31. August 1942 ab, bis zum Jahresende waren 21 Maschinen an die
Navy ausgeliefert. 1943 erhielt die US Navy 818 Exemplare, die Royal
Navy 311, die sie als Martlet Mk. V bezeichnete. Mit der Ablösung
der Wildcat durch die leistungsstärkere F6F Hellcat im Sommer 1943
verschob sich nun das Einsatzspektrum der Flugzeuge. Sie wurden von der
US-Marine zumeist von Bord der kleineren Geleitflugzeugträger eingesetzt
und unterstützten amphibische Landungsoperationen sowie den Kampf gegen
U-Boote.

Die kurzen Flugdecks
der Geleitträger stellten die immer schwerer gewordene Wildcat vor
Probleme, so dass man sich bei Grumman entschloss, in einem neuen
Entwurf Gewicht an der Maschine einzusparen. Der Prototyp XF4F-8,
der einen leichteren Motor sowie ein größeres Leitwerk erhalten hatte,
flog zum ersten Mal am 8. November 1942, wurde dann bei der Marine
eingehend untersucht und ging Anfang 1943 als FM-2 bei General
Motors in die Produktion. Die ursprüngliche Bestellung umfasste 1200
Exemplare, bis Mai 1945 wurden 4777 Maschinen, darunter 340 Martlet Mk. VI
für die Royal Navy, gebaut. Die FM-2 wurde von der US-Marine zumeist in
so genannten „Composite Squadrons“ zusammen mit TBM-Avenger-Bombern
eingesetzt, um im Pazifik Bodentruppen zu unterstützen und U-Boote zu
bekämpfen. Den letzten Luftsieg einer Wildcat erzielte ein auf der USS Lunga Point stationierter Pilot am 5. August 1945. Zum Zeitpunkt der japanischen Kapitulation
hatte die US-Marine noch 650 Wildcats im Bestand, 184 davon auf
Geleitträgern. Sie wurden schnell außer Dienst gestellt; bei der Royal
Navy entsorgte man die nun überflüssigen Flugzeuge teilweise einfach
über die Deckskanten der Träger ins Meer.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grumman_F4F
Video: Aircraft Films F4F Wildcat