Der Deutsche Orden zu Wien hat eine spektakuläre Geschichte hinter sich.
Gegründet wurde er 1190, während des III. Kreuzzuges als Hospitalgemeinschaft des deutschen Kreuzfahrerkontingents, daher stammt auch der Name. Das erste Ordensspital entstand in Akkon, im heutigen Nordisrael. Dem Spital wurden auch Verteidigungspflichten auferlegt, 1198 geschah die Umwandlung in einen Ritterorden. Der Orden gründete Niederlassungen in Italien, Spanien, Armenien und im Heiligen Römischen Reich. Seine wichtigste Aufgabe: der Kampf gegen die "Heiden" .
Zur Blüte ihrer Macht stiegen die Ritter erst mit der Gründung eines Staates auf. Anfang des 13. Jahrhunderts rief der polnische Herzog Konrad von Masowien die Ritter zur Missionierung Preußens. Der Ritterbund eroberte große Gebiete im Baltikum und in Teilen Polens. Die Landesherren errichteten sich in Marienburg (polnisch Malbork), bei Danzig, eine Residenz. "Die Herrschaft des Ordens im Inneren beruhte auf der Einbindung der deutschen und indigenen Bevölkerung" , sagt der Hamburger Historiker Jürgen Sarnowsky. Nach außen setzten die Ritter ihre blutige Missionierungsarbeit fort und führten Krieg gegen Litauen.
In ihrer Zeit als Landesherren legten die Hochmeister eine beachtliche Sammlung repräsentativer Kostbarkeiten an. Dabei ist der Orden mit Österreich eng verbunden. Im 15. Jahrhundert ging der Ordensstaat unter. Im Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466) musste der Hochmeister die Marienburg an seine Söldner verpfänden, die die Burg an Polen weiterverkauften. Neuer Sitz der Ritter wurde Mergentheim in Baden-Württemberg. Ab dem 16. Jahrhundert stellten häufig Regenten aus dem Hause Habsburg die Hochmeister. Für die Habsburger waren das ansehnliche Posten, dem Orden sicherte das eine gewisse Rest-Bedeutung. Als 1809 Napoleon den Orden auflöste, wurde die Residenz nach Wien verlegt.
Quelle: https://www.derstandard.at/story/1250003673451/crossover-die-letzten-ritter-von-wien
Videos: Pacival - der rote Ritter
Hofjagd- und Rüstkammer im KHM: Klingenschmiede und modisches Rittertum
Monograms Ritterserie soll keine spezifischen Ritter zeigen, sondern repräsentative Ritterrüstungen ihrer Zeit darstellen. Da in Wien in der Rüstkammer noch heute die meisten mittelalterlichen Ritterrüstungen gezeigt werden, so ist es nicht verwunderlich, daß man eine repräsentative Rüstung daraus als Modell gestaltet hat. Daß man dann mit "dem roten Ritter von Wien" das Modell angepriesen hat, wird wohl eine Anspielung an das Drama "Parzival - der rote Ritter" sein.
Parzival ist ein Versroman der mittelhochdeutschen höfischen Literatur von Wolfram von Eschenbach, der zwischen 1200 und 1210 entstand. Das Werk umfasst etwa 25.000 paarweise gereimte Verse und wird in den modernen Ausgaben in 16 Bücher gegliedert.
In kunstvoll verzahnten Handlungssträngen einer Doppelromanstruktur werden die Aventiuren erzählt, die abenteuerlichen Geschicke zweier ritterlicher Hauptfiguren – einerseits die Entwicklung des Titelhelden Parzival (von altfranzösisch Perceval) vom Unwissenden im Narrenkleid zum Gralskönig, andererseits die gefahrvollen Bewährungsproben für den Artusritter Gawain.
Thematisch gehört der Roman zur sogenannten Artusepik, wobei die Aufnahme Parzivals in die Tafelrunde des legendären britischen Königs nur als Durchgangsstation der Gralssuche erscheint, doch dann zur Voraussetzung seiner Bestimmung als Gralskönig wird.
Der Stoff wurde literarisch, aber auch in der Bildenden Kunst und in der Musik vielfach bearbeitet; die nachhaltigste Wirkung erreichte Richard Wagners Adaption für das Musiktheater mit seinem Bühnenweihfestspiel Parsifal (Uraufführung 1882).
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Parzival
Der Bausatz ist liebevoll gestaltet und gewährleistet ein schönes Schaumodell einer Ritterrüstung um das Jahr 1480. Natürlich haben sich Fehler eingeschlichen oder es wurden manche Partien nicht ästhetisch korrekt gestaltet - der Bausatz stammt ja doch schon aus dem Jahre 1963, wo die Formen noch handgemacht waren. Dennoch lässt sich mit ein wenig zusätzlicher Arbeit ein tolles Modell erstellen. Die Farbgebung über alles Rot - naja, ist nicht wirklich historisch korrekt, aber nachdem man in der Serie einen schwarzen Ritter, einen Silberritter und einen blauen Ritter anbot, so mußte der Wiener Ritter halt komplett rot gestaltet sein. Normalerweise wäre über der Rüstung ein roter Überwurf getragen worden, der aber zum kampfe abgelegt worden wäre, also nahm ich mir ein paar historische Beispiele zur Brust und machte eine "realistischere" Farbgestaltung der Rüstung. Sicherlich ist auch diese nicht historisch korrekt, kommt der Sache aber durchaus näher.
Der Bau ist relativ einfach. Die Teile müssen ausnahmslos nachgearbeitet werden und passen leidlich zusammen. Ich habe meinem roten Ritter ein Alu-Outfit verpasst, das mit Goldfolie aufgewertet wurde. Der Rest wurde bemalt und Klarlackiert. Der Kopf sollte laut Bauplan und Teilen auf die Rüstung aufgesetzt werden, was dem Ganzen ein unnatürliches Aussehen verliehen hätte. So habe ich den Halsausschnitt aus der Rüstung herausgesägt und den Hals dort eingepasst. Zudem gab es keinen Ritter, der barhäuptig in seinen Helm geschlüpft wäre - also erhielt mein Wiener Kinderl von mir eine Polsterhaube aus Zellstoff. Ich hoffe er gefällt - es war zumindest eine Herausforderung, all die Rundungen und Rüstungsteile mit Alufolie zu verkleiden . . . ich habe zumindest viel dabei gelernt.



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