Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gab es Versuche, mit Ottomotoren betriebene Straßenzugmaschinen herzustellen, als Pionier auf diesem Gebiet gilt J. E. Christoph in Niesky. Dieses Unternehmen stellte 1907 ein erstes als „Straßenschlepper“ zu bezeichnendes Fahrzeug her. Indessen blieb es sowohl bei Christoph wie auch bei anderen Herstellern zunächst beim Bau von Prototypen und Einzelexemplaren.
Eine Wende trat erst in den 1920er Jahren ein, als die Kraftfahrzeuge zuverlässiger wurden. Damals wurden Güter noch hauptsächlich mit der Bahn transportiert; es gab nur wenige Orte, die weiter als 10 km von einem Bahnhof entfernt lagen. Der Transport vom und zum Bahnhof erfolgte üblicherweise mit Pferdefuhrwerken. Be- und entladen wurden die Fuhrwerke noch von Hand. An der Entladestelle blieben die Pferde eingespannt, fielen also bis zur vollständigen Entladung des Fuhrwerks aus. Der Straßenschlepper konnte dagegen seine(n) Anhänger an der Entladestelle abstellen, neue beladene Anhänger an einer Beladestelle abholen und zu anderen Kunden bringen und die inzwischen geleerten Anhänger auf einer Rückfahrt wieder abholen. Zudem war er schneller als das üblicherweise nur im Schritttempo fahrende Pferdefuhrwerk, das dazu an größeren Steigungen Vorspann brauchte. Aus gleichem Grunde war er auch wirtschaftlicher als der Lastkraftwagen, weil der Lastkraftwagen ebenfalls an der Be- und Entladestelle während der Zeit des Be- und Entladens halten musste und Fahrer und Fahrzeug nicht genutzt wurden.
Infolgedessen begannen zahlreiche Unternehmen mit der Produktion von Straßenschleppern, die ihre Blütezeit in den 1930er und 1940er Jahren erlebten: Insbesondere Kohlen- und Baustoffhändler, aber auch andere Fuhrunternehmer bedienten sich vorzugsweise des Straßenschleppers.
Auch die Wehrmacht verwendete Straßenschlepper, einerseits in der Luftwaffe zum Ziehen von Flugzeugen auf Flugplätzen, andererseits im Heer. Der Hanomag Gigant war überall anzutreffen und war eine unersetzliche Stütze der Wehrmachts-Logistik. Ob Geschütze, Baustellenanhänger, Tankanhänger, Tieflader - es gab eigentlich nichts, was vom Straßenschlepper nicht gezogen wurde. Als 1944 die V2 von mobilen Startrampen gestartet wurde, war der Hanomag als Schlepper stets dabei - ob Tankanhänger, Startplattformen, Raketentransporter und Meillerwagen - der Hanomag ST / SS 100 Gigant war das "Mädchen für Alles". Von der Wehrmacht wurden vor allem mittlere und schwere Radschlepper verwendet.
Es gab die verschiedensten Varianten des Gigant. So war die Häufigste jene mit der "großen Kabine", in der zwei Sitzbänke hintereinander Platz fanden. Dann gab es die verkürzte Kabine (hier im Modell zu sehen), die jedoch seltener anzutreffen war, aber die auch im Hanomag Gigant Kran Anwendung fand. Gasflaschentransporter und Munitionstransporter waren weitere Varianten.
Nach dem Krieg wurde der Hanomag SS 100 Gigant von Frankreich und der Tschechei bis weit in die 50er Jahre weiterproduziert. In der DDR gehörte der Straßenschlepper allerdings insbesondere als Kohlentransportfahrzeug bis 1990 zum alltäglichen Straßenbild.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Straßenschlepper
Videos: Hanomag SS-100 ‘Gigant’: The Tractor That Launched the V-2 Rocket (’35 - ‘51)
Hanomag SS100 “Gigant” – Legendary WWII German Heavy-Duty Truck
Der Hanomag ST 100 Gigant Schlepptransporter ist von TP Models und ist ebenfalls ein Resinbausatz. Er ist sehr grob gegossen und braucht viel Nacharbeit. Die Teile passen leidlich zusammen und müssen aufwendig angepasst werden. Auch eine Nachdetaillierung ist notwendig, da im groben Resinguss doch so Einiges verloren ging. Was aber positiv anzumerken ist, das ist die Inneneinrichtung der Fahrerkabine. Da wurde wirklich Detailliebe angedeutet. Leider ist aber dieser Bausatz (meines Wissens) der Einzige mit der kurzen Kabine. Ich bin zumindest froh einen Bausatz ergattert zu haben.


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